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Dokument-Nr. 02.01.44.26   

Hinweise zum Microcom Networking Protocol Class 10 Enhanced Cellular (MNP 10EC)


Dieses Dokument beschreibt das Microcom Networking Protocol Class 10 Enhanced Cellular (MNP 10EC) und die Konfiguration Ihres ELSA MicroLink 33.6MC Modems für einen optimalen Betrieb über Mobilfunk- oder Satellitenverbindungen.

Hintergrund

MNP 10EC ist eine Weiterentwicklung von MNP 10, die den Datendurchsatz zwischen Modems über Mobilfunknetze verbessert.

Verbindungen über landgestützte Telefonleitungen arbeiten mit lokalen Stromkreisen, die konstant und relativ stabil sind. Da der Signal-/Rauschabstand und die Verzerrungseigenschaften landgestützter Leitungen relativ konstant sind, können zwei Modems die Bitrate und die Kommunikationsparameter einer Verbindung schon in der Verhandlungsphase beim Verbindungsaufbau endgültig festlegen. Anpassungen an kleinere Schwankungen der Leitungsqualität sind i.a. möglich, ohne die Verbindung zu unterbrechen.

Bei Mobilfunkübertragungen treten neue Arten von Unterbrechungen, Verzerrungen und Pegeländerungen auf, für die landgestützte Modems nicht ausgelegt sind. Einige dieser Störungen resultieren aus dem Prinzip der Mobilfunkübertragung selbst: Zwischen der Mobilfunkanlage und der Sendestation, mit der sie gerade verbunden ist, findet eine kontinuierliche Verhandlung statt. Dadurch werden z.B. das Umschalten auf eine andere Sendestation und die Anpassung an den sich ständig ändernden Übertragungspegel geregelt. Die Unterbrechungen ("Blanking") sind meist zu kurz, um während eines normalen Telefongesprächs gehört zu werden.

In einer Datenübertragung dagegen erscheinen die ständigen Unterbrechungen als Störung, auf die für normale Telefonleitungen ausgelegte Modems normalerweise unangemessen reagieren, z.B. mit Fehlschlägen beim Verbindungsaufbau, vielfacher Neuübertragung von Datenpaketen oder Verbindungsabbrüchen.

Vorteile von Modems mit MNP 10EC

Als Lösung für die mobilfunkspezifischen Probleme beinhaltet MNP 10EC Verbesserungen sowohl auf Hardware- als auch auf Protokollebene:

MNP 10EC ist vollständig kompatibel mit allen MNP 10-Modems und verbessert den Datendurchsatz auch dann erheblich, wenn es nur auf einer Seite einer Mobilfunkverbindung eingesetzt wird. Bei häufigem Einsatz von Mobilfunkverbindungen sollten für optimale Performance sowohl in der Feststation als auch in der Mobilstation MNP 10EC-Modems verwendet werden.

Konfiguration von MNP 10EC-Modems

Sie können Ihr Modem auf verschiedene Weise für den Mobilfunkbetrieb konfigurieren. Für die meisten Mobilfunkumgebungen empfehlen wir die Einstellung AT%G1%B9600 zusammen mit AH*H1 auf der mobilen Seite. Die folgenden Einstellungen sind typisch:

Methode 1: Universelle V.32bis-Konfiguration

Diese Methode erlaubt den MNP 10EC-Betrieb für Verbindungen mit anderen EC-fähigen Modems und nicht EC-fähigen Modems, die MNP 10 Cellular unterstützen. Der V.32bis-Betrieb mit MNP 10EC ist bei Geschwindigkeiten von 1200 bis 14.400 bit/s aktiv.

Konfiguration der Feststation: AT&F

Dieser Befehl setzt das Modem auf die Werkseinstellungen und erlaubt ihm Verbindungen sowohl zu landgestützen als auch zu mobilen Modems, ohne die maximal mögliche Geschwindigkeit zu beschränken. Landgestützte Verbindungen können 14.400 bit/s zwischen V.32bis-Modems und 28.800 bzw. 33.600 bit/s zwischen V.34-Modems erreichen. MNP 10-Mobilverbindungen finden mit der höchstmöglichen Geschwindigkeit statt, die die Modems bei der aktuellen Verbindungsqualität erreichen können. Wenn die Feststation ausschließlich Verbindungen zu mobilen Modems aufnehmen soll, empfehlen wir die Einstellung AT&F\N2. Das Modem auf der Mobilseite benötigt die Einstellung *H1, um Mobilfunkverbindungen aufbauen zu können.

Konfiguration der Mobilstation: AT&F\N2)M1*H

Diese Konfiguration erlaubt dem Modem MNP 10EC-Mobilfunkverbindungen mit jedem anderen MNP 10EC- oder MNP 10-Modem. Das Modem baut zunächst eine Verbindung mit 1200 bit/s auf und versucht dann, auf die höchstmögliche V.32bis-Geschwindigkeit hochzuschalten, die bei der aktuellen Verbindungsqualität möglich ist.

Methode 2: V.32bis-Mobilfunk-Schnellverbindung

Diese Methode erlaubt Mobilfunkverbindungen zu V.32bis-Modems mit der höchstmöglichen Geschwindigkeit, die beide Modems unter den aktuellen Bedingungen unterstützen.

Konfiguration der Feststation: AT&F\N2)M1

Diese Konfiguration erzwingt MNP-Verbindungen für alle Modems und erlaubt MNP 10-Modems Mobilfunkverbindungen mit MNP 10 Cellular oder MNP 10EC.

Konfiguration der Mobilstation: AT&F\N2)M1*H2

Die Einstellung *H2 zwingt das Modem zu einem schnelleren Verbindungsaufbau als bei der Einstellung *H1.

Hinweis: In einigen Mobilfunkumgebungen kann Methode 1 mit *H1 stabiler sein. Wenn keine Verbindung zustande kommt, versuchen Sie *H1 statt *H2 in der Konfiguration der Mobilstation.


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