Auf dem Markt der Flachbildschirme haben sich TFT-Panels etabliert. Diese Bildschirme besitzen ein hohes Kontrastverhältnis und akzeptable Reaktionszeiten. Die alten DSTN-Displays findet man kaum noch in den Regalen der Händler.
TFT-Bildschirme gehören zur Kategorie der Flüssigkristall-Displays (LCDs). Im Gegensatz zu Plasma-Displays, deren Zellen das Licht aussenden, kommt bei der TFT-Technologie eine Hintergrundbeleuchtung (Backlight) zum Einsatz. Die einzelnen Bildpunkte auf dem Panel sind von Dünnfilm-Transistoren (Thin Film Transistors, kurz TFTs) gesteuert, die das Licht über Farbfilter für Rot, Grün und Blau durchlassen oder nicht.
Funktionsweise von Standard-TFTs
Das Bild oben zeigt den Schnitt durch sechs Pixelzellen. Der wichtigste Bestandteil sind die Flüssigkristall-Moleküle, die sich zwischen vertikalen und horizontalen Polarisationsfiltern befinden. Darunter ist jeweils eine sogenannte Alignment-Schicht angebracht. Wenn an dieser keine Spannung anliegt, wird das Licht zwischen den beiden Polarisationsfiltern absorbiert. Liefert hingegen der Dünnfilm-Transistor eine Spannung, richten sich die Kristalle aus. Das Licht aus dem Hintergrund dringt dann durch die Zelle (Bild unten), abhängig vom Grad der Drehung. Bei einer Drehung von 90 Grad leuchtet die Zelle mit voller Intensität, bei 0 Grad (keine Spannung) bleibt sie dunkel. Jede einzelne Zelle besitzt zusätzlich einen Farbfilter. Zum Einsatz kommen dafür die Farben Rot, Grün und Blau. Ohne Farbfilter wäre hingegen nur eine Schwarzweiß-Darstellung möglich.
Unterschiedliche Blickwinkel
Bei TFT-Displays muß das Licht erst Polarisationsfilter passieren. Das dadurch gebündelte Licht kann sich nicht nach allen Seiten ausbreiten. Im Vergleich zu einem Röhrenmonitor führt dies zu einem eingeschränkten Blickwinkel. Dieser beträgt bei Panelen der ersten Generation nur 70 bis 90 Grad horizontal.
TN+Film
Alle Panel-Hersteller beherrschen das Fertigungsverfahren »Twisted Nematic and Retardation Film«, kurz TN+Film. Im Vergleich zu dem von Sharp entwickelten Standardverfahren ist der aufgebrachte Film der einzige Unterschied. Dieser erhöht den horizontalen Blickwinkel auf circa 140 Grad.
Durch die günstigen Herstellungskosten und die hohe Ausbeute hat es diese Fertigungstechnologie auf den höchsten Marktanteil von 60 Prozent gebracht.
IPS (In Plane Switching)
NEC und Hitachi bieten neben TN+Film-Displays sogenannte IPS-Bildschirme an. Der Blickwinkel kann dann bis zu 170 Grad betragen und ist fast so hoch wie bei herkömmlichen Röhrenmonitoren. Jedoch ist die Reaktionszeit bei IPS länger als bei Standard-TFTs.
So funktioniert IPS: Die beiden Polarisationsfilter sind in gleicher Durchlaßrichtung angebracht. Die waagerecht liegenden Flüssigkristall-Moleküle blockieren im Ruhezustand durch ihre Ausrichtung die Hintergrundbeleuchtung. Wird eine Spannung angelegt, rotieren die Moleküle horizontal um 90 Grad und lassen somit das Backlight durch.
MVA (Multi-Domain Vertical Alignment)
Fujitsu ist der einzige Hersteller, der einige Modelle nach dem MVA-Verfahren produziert. Der Blickwinkel ist mit 160 Grad fast so gut wie bei IPS-Displays. Im Ruhezustand (schwarz) stehen die Moleküle senkrecht zur Glasplatte. Wird an die Elektroden eine Spannung angelegt, gehen diese in eine horizontale Stellung über. Um alle Graustufen korrekt anzuzeigen, ist eine Pixelzelle in mehrere Bereiche aufgeteilt (deshalb auch der Name Multi-Domain). Die Moleküle können über die Domains genauer gesteuert werden.